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...wir fahr´n in die Tschechei...
 
...an einem Sonntag im Mai (20.05.2007), welcher bereits früh halb sieben recht warm von den Temperaturen her war, machten wir uns auf, um unsere erste ausländische Hundeausstellung zu besuchen. Darf ich uns vorstellen: Nick del paese (Bullmastiff), Attila und Yvonne Salamon (Besitzer von Nick) und die Schwiegermutti Christine (sorgt für hervorragende Ausstellungsverpflegung). Zu unserem Rudel gehört ja auch noch unsere Victoria del paese, welche wegen gerade eingetretener Stimmungsschwankungen (Läufigkeit) leider zu Hause bleiben musste. Dort tyraniesierte sie dann meine Eltern und die Nachbarn samt deren Hunde, weil sie ja übellaunig war, das wir sie nicht mitgenommen hatten.
Zurück zu unserem Ausflug. Wir sind nach Tschechland und zwar genau nach Litomerice gefahren. Dort fand am 19. und. 20.05.2007 die Internationale NORD BOHEMIA CANIS LITOMERICE (MEZINARODNI VYSTAVA PSU VSECH PLEMEN CACIB-FCI) Ausstellung statt. Litomerice liegt von unserem schönen Schmölln in Sachsen ca. 120 km entfernt. Wir fuhren also nach Bad Schandau, überquerten dann dort die Grenze, und fuhren immer an der Elbe, auf einer touristisch landschaftlichen sehr schönen Straße, entlang. Optisch wohlgemerkt sehr schön, allerdings sind die Straßen in Tschechland etwas gewöhnungsbedürftig und die ca. 80 km pro Stunde außerhalb der Ortschaft konnten wir aufgrund der Straßenführung, nicht vorhandener Seitenstreifen und Löchern auch nicht immer einhalten.
In Litomerice stellten wir uns dann einfach an der großen Autoschlange an (wie immer, wenn man auf Ausstellung fährt) und erreichten kurz vor um neun unser Ziel. Ein schöner Parkplatz im Schatten. Der Einlass erfolgte unkompliziert, da wir ja unsere Annahmebestätigung zur Hand hatten (Einlass Schwiegermutti Christine für 60 Kronen ca. 2 Euro fanden wir extrem preiswert).
Auf dem Ausstellungsgelände mussten wir uns am Pavillon A melden und erhielten dort unseren Katalog und die Urkunde, welche noch nicht ausgefüllt war. Schön fanden wir, dass der Katalog mehrsprachig, also tschechisch, deutsch und englisch aufgelegt war. So war die Orientierung kein Problem und wir begaben uns, an diesem immer heißer werdenden Tag, an unseren Ring. Dieser war für unseren Geschmack, relativ klein und der Richterpavillon stand genau in der Mitte. Also folglich mussten alle Hunde dort drum herum. Das war mal was anderes.
Zum Glück hatten wir unseren Großen 3 x 3 m Pavillon mit, so saßen wir wenigstens im Schatten. Da um den Ring auch nicht so viel Platz war, fragten wir die bereits anwesenden Bullmastiffleute, ob wir uns ausbreiten dürften und ob jemand zu uns in den Schatten kommen möchte. Wola, die ersten Kontakte waren geknüpft. Eine junge Familie mit Baby und zwei Bullmastiffs kamen zu uns in den Schatten. Sie sprachen auch ein wenig deutsch und englisch und so haben wir uns dann auch verständigt.
Insgesamt waren zur Ausstellung 12 Rüden und 5 Hündinnen gemeldet. Wir staunten nicht schlecht. Ingesamt waren aber noch mehr Bullmastiff´s anwesend.
Die Ausstellung an sich verlief wie gewohnt. Unser Richter war Karel Horak. Er richtete die Hunde und erklärte nebenbei in mehreren Sprachen und manchmal auch mit Händen und Füßen, was er gerade dachte und warum, welcher Hund welche Unterschiede oder Vorzüge und Mängel besitzt.
Auch schienen sich alle untereinander genau so gut zu verstehen, wie wenn unsere Bullmastiff - familie sich auf Ausstellung trifft. Da wird gelacht und gedrückt und da geht es auch mal wortreich hoch her. Wir als „ausländische“ Gäste fühlten uns aber in der Gemeinschaft recht wohl. Unsere neu gewonnenen Freunde sprachen auch mit uns, irgendwie, es passte schon.
Etwas war anders auf dieser Ausstellung. Es ging um Farben und Bänder. Zum Glück gab es unseren mehrsprachigen Katalog. Die beurteilten Hunde werden klassifiziert:

Vorzüglich – blaues Bändchen
Sehr gut – rotes Bändchen
Gut – grünes Bändchen
Genügend – lila Bändchen
Ungenügend – nichts
Vielversprechend – gelbes Bändchen
Versprechend – weißes Bändchen

Das war auch was neues. Es gab für den Sieger eine Medaille und Pokale, welche man sich an einem anderen Stand abholen konnte. Wir bekamen Karten, für CACIB und BOB und damit gingen wir dann an diesen Stand und bekamen mal wieder jede Menge „Blech“. Darauf sind wir ja immer auch ein bisschen Stolz!
Unser Nick, der in der Championklasse der einzigste Rüde war, bekam V1 (blaues Band), CAC, CACIB und BOB. WOW!
Unsere neuen Freunde bekamen mit ihrer Hündint Gretha Garbo ebenfalls ein blaues Band. Ihr Rüde Aron bekam ein rotes Band.
Nick und seine Preise.
Dann warteten wir in dieser immer heißer werdenden Hitze auf 14 Uhr. Da sollte es im Ehrenring weiter gehen. Nick hatte eigentlich keine Lust mehr in der Sonne auf dem Vorplatz zu warten. Ich ehrlich gesagt auch nicht mehr. Es war nicht so strukturiert wie in deutschen Ehrenringen. Frei nach dem Motto. Wenn du aufs Treppchen willst, dann kümmer dich. Es gab keine Reihenfolge und auch keinen Ordner. Irgendwann, ich klemmte mich an einen Mastiff - besitzer, ging es los. Ich stellte mich einfach dazu. Nick sah mich an, so als wollte er sagen: Jetzt noch mal Vollgas und dann HEIM! Nick ist wenn es ums Präsentieren geht einfach SPITZE! Ich glaube immer er weis genau wenn er fotografiert wir. Da bekommt er immer diesen majestätischen Schritt und diese Leichtigkeit. Er schwebt förmlich dahin und ich keuchte hinterher und schwitzte. Es wurden einige Hunde wieder nach draußen geschickt und ich achtete nur auf den Richter und seine Handzeichen. SUPI, wir waren unter den besten 10! Noch eine Runde in der Hitze!
Nick wollte auch keine Leckerlie mehr. Aber er schwebte weiter und wir wurden Platz 3! WOW! Auf der Ehrentribüne glaubte ich das die Luft kochte. Die Sonne lag voll an. Nick auf das Podest mit Platz 3 zu hiefen war schwer. Aber ein Foto musste nun auch noch trin sein. Wir bekamen viele Glückwunsche, zumindest wurden wir angelächelt und da nehme ich mal an, das die Worte sicherlich auch gut gemeint waren, auch wenn wir sie nicht verstanden. Und dann bekamen wir einen großen Pokal, einen Futtersack und ein Platzdeckchen aus Frotte mit Gummi drunter, wo nun der Wassernapf drauf steht.
Als wir die Bühne verlassen hatten gingen wir sofort in den Schatten. Mensch und Hund waren k.o.!!!
Nachdem Nick Wasser bekommen hatte und ein nasses Handtuch auf den Kopf und um die Schultern, verstauten wir all unsere Preise und liefen zum Auto, welches immer noch im Schatten parkte. Was für ein Glück!

Und ab ging es nach Hause. Abends bekam Nick und natürlich auch unsere Victoria ein schönes saftiges Stück Rind mit Knochen. Nick lag dann mit ausgestreckten Beinen im Garten im Schatten und sah unheimlich zufrieden aus.
Was für ein Hund! Was für ein Tag!
   
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